GENESIS - Einleitung

Genesis 1, Erster Tag
Genesis 1, Erster Tag

 

   Wenn überhaupt, so findet man Interpretationen zur Genesis, die so wider-sprüchlich sind, wie die Kapitel der Genesis selbst erscheinen. Der eklatanteste Widerspruch ist die Erschaffung des Menschen. Im ersten Kapitel wird er am Ende, am sechsten Tag erschaffen. Dann legte Gott eine Pause ein und fängt im zweiten Kapitel gleich wieder von vorne an einen zweiten Menschen aus Erde vom Ackerboden zu formen? Andere Widersprüche werden folgen. Was hat dies zu bedeuten? Oder sind es vielleicht nur scheinbare Widersprüche?

   Da die Bibel, hier das Alte Testament, ein Werk ist, dass über Jahrhunderte entstanden ist, und dadurch eine Vielschichtigkeit und Komplexität erlangt hat, bevor die Kapitel überhaupt schriftlich fixiert wurden, kann wohl kein alleiniger Anspruch auf "die wahre" Interpretation erhoben werden. In dieser Abhandlung wird allerdings eine These verfolgt, bei der die meisten Widersprüche der Genesis zumindest als aufgehoben betrachtet werden können.

   Das Thema ist so komplex, dass es als Buchform mehr als 160 Seiten füllt. Daher wird auf dieser Website auf viele "Beweismittel" verzichtet. In der Hoffnung, dass sich aus der Strukturierung übergreifende Zusammenhänge möglichst von selbst erklären

  



            HINWEISE:

   Alle Bibelzitate sind folgender Ausgabe entnommen:

Katholische Bibelanstalt GmbH,

Stuttgart 1980

 

 

 

 

Zur Beachtung:

POLARITÄTEN:

Aussen - Innen

sichtbar - unsichtbar

Licht - Finsternis = hell - dunkel

Tag - Nacht

Oben - Unten

Gott - Mensch

Frau - Mann

Ich - der Andere, die Anderen

Plus - Minus

etc.

 

EIN JÜDISCHER TAG:

Dauert jeweils von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang.

 

 

 

 

 

DIE STEILE THESE:

   Bewusstsein hat kein Organ im Körper.

Es ist ein Zusammenspiel verschiedener Prä-Positionen. Der vielleicht klarste Ausdruck für Bewusstsein, im Sinne des Wortes ist  > SPRACHE.

 

 

 

 

 

 

 

Ebenen des Bewusstseins.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Polarität - Einheit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Singularität

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Polarität

 

 

 

 

 

 

 

 

Jüdische Tora:

Die 5 Bücher Mose

 

 

 

Christliche Bibel:

Altes Testament

 

 

 

   Wie auf der THEMEN-Seite unter GENESIS angemerkt, sei noch einmal

auf die irreführenden Kapitelüberschriften der ersten drei Kapitel hingewiesen.

  Ebenso ist zu beachten, dass mit 

Adám zumeist der gleichlautende Begriff "Mensch" gemeint ist. So wie unter dem Namen Eva der Begriff  "Belebung" zu verstehen ist.

 

 

 

 

 

 

 

VOR-GEDACHT

   Zum einfacheren Verständnis sei vorausgeschickt, dass es sich im ersten der drei Kapitel nicht um die Erschaffung des Planeten Erde handelt. Im zweiten Kapitel ist eine Überschrift "Das Paradies" sinnbildlich vielleicht richtig. Im dritten Kapitel wird eine gottgewollte Herausforderung geschildert, die als "Sündenfall" und damit als eine Strafe empfunden, nur bedingt den Zweck der Übertretung und seiner Folgen wiedergibt. Ausdrücklich gibt ein Gott dem Menschenpaar anschliessend Schutz mit auf seinem Weg durch das Leben.

                          GEGENSÄTZE DER BELEBUNG
   Die Genesis erschafft ein Menschenbild, welches von seiner körperlich-zeit-lichen, auch äusseren Existenz und einer geistigen, inneren Erscheinung geprägt ist. Aussen und Innen kann sowohl als eine Einheit, als auch als ein Gegensatz-Paar betrachtet werden.

                            POLARITÄT & SPANNUNGSFELD
   Wie schon am 1. Tag der Genesis 1 ersichtlich, liegt eine Spannung zwischen der Scheidung von Licht und Finsternis. Wobei es das Licht des ersten Tages nicht geben dürfte, denn die Himmelslichter werden erst am 4. Tag erschaffen. Als grösste Wahrscheinlichkeit darf in diesem Licht die Helligkeit eines Blitzes vermutet werden. Seine energetische Kraft war erfahrbar.  Der Blitz erfüllt auch die Kriterien, von oben nach unten. Feuer ist oft ein Resultat. Es folgt meist ein Donnern (Gott sprach?) und im Anschluss fällt Regen. Ein perfekter Abschluss für diesen ersten Tag.

                                                    DIE SINNE
   Ein Gott sprach? Zu wem denn, es ist doch noch niemand da ihn zu hören? Machen hätte ja gereicht. Nein, durch das Sprechen kam etwas in die Welt. Ein Gott sah, dass es gut war? Er hätte es auch wissen können. Somit muss in diesen, wir nennen es WAHR-nehmungen, noch eine andere Ebene angesprochen sein. Vorweg: Es sind die Augen der Tiere des 5. und 6. Tages die für den Menschen eine Einsichtigkeit übernehmen. Eine ganz funda-mentale Bedeutung erhält das Sprechen (nachdem der Mensch aus dem tiefen Schlaf erwacht ist) in Genesis 2, Absatz 23: "Und der Mensch sprach: Das ist endlich Bein ...". Dies ist der Zeitpunkt der ersten menschlichen Bewusstwerdung. Der Sinngehalt eines Wortes, gerade im Deutschen, ist in der Genesis immer zu beachten. SCHARF kann sowohl ein Schwert, als auch der Verstand sein. Im "über-tragenen" Sinne kann ein scharfes Schwert sinnbildlich auch für den scharfen Verstand stehen. Das SINN-BILD ist dann entweder die Allegorie oder auch eine Metapher.

                                        DAS BEWUSSTSEIN
   Wir benennen verschieden Ebenen des Bewusstseins. Jemand der bewusstlos ist, ist seiner Sinne in dem Momentum beraubt. Es gibt das UNBEWUSSTSEIN, oft auch Intuition genannt. Das UNTER-BEWUSSTE ist die Traumwelt, die aber auch als eine Welt der Gefühle bezeichnet wird. Dem BEWUSSTSEIN rechnen wir unsere Logik oder unseren Verstand zu. Das ÜBER-BEWUSSTE wird häufig als eine geistig-spirituelle Ebene betrachtet.

                        GOTT - MENSCH / MENSCH - GOTT
   Gott - Mensch, vice versa, kann sowohl als eine Polarität, als auch als eine Einheit gesehen werden. Wahrscheinlich hat kein Tier, keine Pflanze, kein Fels oder das Wasser je einen "Gott" hervorgebracht. Gott sagt in Gen. 1, 26: "Laßt uns Menschen machen, als unser Abbild, uns ähnlich." Gott im Plural, ein zweiter Gott? Nein, wahrscheinlich spricht Gott hier ein Ding, eine Eigenschaft an, die er nicht besitzt, einen Leib. Der menschliche Leib ist sein Abbild in dem er sich spiegeln kann, dies meint uns. Der Mensch, um sein Bewusstsein zu füllen - und auch über das irdische Dasein hinaus zu fühlen und zu denken, musste einen Glauben entwickeln, der ihn in zeitliche und räumliche Dimensionen führt; in der er sich zuhause fühlen konnte oder kann - oder ersatzweise in "Natur-Wissenschaften" finden will. Er kann sogar beides miteinander verbinden. Ein Mensch wird sich fast zwangsweise als Polarität oder Einheit sehen. Oder er wird aus der Polarität in die Einheit streben/streben wollen.
   Religion ist sekundär.

                         WAS KÖNNTE EIN "GOTT" SEIN?
   Zunächst ist GOTT ein frei gewählter Name oder Begriff, so wie wir einen Baum eben "Baum" nennen.
   In der physikalischen Welt gibt es eine Ursache, die zunächst als Singularität auftritt. Sie hält den gesamten Kosmos ("das geordnete Universum") zusammen. Diese Ursache bezeichnen wir im Deutschen als Schwerkraft, ihr lateinischer Name ist Gravitation. Die Quelle, oder die Ursache, woher die Gravitation letztendlich stammt ist unbekannt - später mehr. Ihre Wirkkraft ist für alle Bereiche in der Natur und des Lebens von absoluter Bedeutung. Allgemein wird diese Kraft als Anziehungskraft der Massen beschrieben. Die heutige Beschäfti- gung mit diesem "Phänomen" läuft unter der Rubrik "Natur-Wissenschaft." Eine Definition lautet: "... die Gravitation nimmt mit zunehmender Entfernung ab, besitzt aber unbegrenzte Reichweite. Anders als elektrische und magnetische Kräfte lässt sie sich nicht abschirmen."
   Nun gibt es aber auch einen Zweig der Wissenschaft, der nicht alles mißt oder wiegt und physikalisch-chemischen Gesetzen unterstellt. Der seine Experimente nicht auf Trennung oder Zusammenbau gründet. Wenn Experimente, dann sind es hier Gedanken-Experimente. Auch hier darf eine ursächlich-singuläre Kraft angenommen werden, ... die mit zunehmender Entfernung abnimmt, sich aber nicht abschirmen lässt. Dieser Kraft, so muss erlaubt sein, hat eine Geistes-Wissenschaft nun mal den Namen GOTT gegeben. Es bleibt offen, ob diese Kraft nur/und in dem äusseren Universum auftritt oder eine Kraft ist, die sich even-tuell ausschliesslich in unserem Inneren manifestiert. Diese Frage bleibt offen.
   Die Vermutung, dass die Ur-sache für die Gravitation, ihr Ur-sprung im Ur-knall begründet liegt, mag richtig sein. Dann hat nach normal menschlicher Vorstellungskraft der Urknall seinen Grund im Aufeinandertreffen zweier divergenter Erscheinungsformen. Vielleicht eine einleuchtende Begründung für unser äusseres und inneres Uni-versum, welches dann ebenso den Bedingungen einer Polarität unterliegt?

                           GESCHICHTE & WISSENSCHAFT
   Mehr Zeit ist vor „Christi Geburt“ als nachher vergangen, da entstand das Gilgamesch-Epos, auf die auch die sogenannte „Adam und Eva“ Geschichte zurückgeführt wird. Die Mythe von „Adam und Eva“ wird auf circa 1500 vor unserer Zeitrechnung datiert. Das erste Kapitel der Genesis, die als „Schöpfungs-geschichte“ bekannt ist, dürfte um ca. 500 v.u.Z. entstanden sein. Die Nieder-schrift der jüdischen Tora (= 5 Bücher Mose, AT) liegt im 2. Jahrhundert nach Christi Geburt etwa zeitgleich mit der Kabbala, dieser ursprünglich mystisch-mündlichen Lehre, die da schon etwa 300 Jahre existierte.
   Ingesamt, so darf man sagen, liegen 1700 Jahre Menschheitsgeschichte in dem was später in der Bibel das Alte Testament genannt wird. Und während dieser Zeitspanne haben sich die Menschen des „Orients" von Griechenland bis Indien genauso mit Natur-, Geistes- und Sachthemen befasst, wie es heute noch getan wird. Die kognitiven Fähigkeiten der Menschen, zu denen Priester und andere frühe „Kundige“ gehörten, die sich aus Naturbeobachtungen, Mathematik und Psychologie etc. ableiteten, waren heutigen Leistungen durchaus ebenbürtig.

Es muss erlaubt sein diesen Grundstock von Erkenntnissen als Resultate anzuer-kennen die wir heute Wissenschaft nennen. Wobei der mathematisch-natur-wissenschaftliche Anteil vorwiegend aus dem Raum Babylonien und Ägypten kam, der philosophische Anteil mehr hellenistischen Ursprungs sein dürfte. Dieses umfangreiche Wissen ist besonders in die Genesis, Kapitel 1, eingeflossen.

   Ein „Glauben“ findet sich frühestens in Genesis 15, in „Gottes Bund mit Abra-ham“. Eine "Religion" wird in der Tora erst mit dem Buch EXODUS beginnen, mit Mose, dessen mögliche Existenz allerdings schon wieder im 13. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung datiert wird.