Genesis 1, 1.Tag
* Bibelzitate: Immer aus der Einheits-
übersetzung 1980 © Katholische Bibel-anstalt GmbH Stuttgart.
Lizenz: Verlag Herder, Freiburg i. Br.
Es wird hier darauf verzichtet, die Original-Verse einzustellen. Sie können wahrscheinlich auch andere Bibeln/AT
für ein paralleles Verfolgen heranziehen.
HINWEIS:
Auf Smart-Phones gibt es
durch 2-spaltiges Layout oft
Probleme in der Darstellung!
Die Einschreibung der Potentiale in unseren Körper
In der Abbildung werden die farbigen Punkte der körperlichen Einschreibung auf dem Blitzweg "Planetarischer Himmel“ genannt. Im Kopf zeigt sich der Simultan-kontrast in den "Farben" grau / schwarz.
Damit spiegeln sich die Kräfte des realen Himmels in unserem Inneren. Symbol ist der Regenbogen mit seinen Spektralfarben (Gen. 9,13, Noach). In unserer Vorstellung werden die Planeten des Himmels den farbgeprägten Organe im Leib in zwei Dreiecken zugeordnet: Oben die reinen Farben: Jupiter > Herz / Mars > Lunge / Sonne > Solarplexus . Unten die Sekundärfarben: Venus > Nieren / Merkur > Leber, Galle, Milz / Saturn > Geschlecht, Ausscheidungsorgane. Die Erde liegt unter unseren Füssen, sie enthält die Summe aller Farben als additive Farbmischung (grau-braun).
Siehe auch KABBALA
*Gewölbe
Begriffsklärung
Vorweg: In obiger Abbildung liegt das "Gewölbe" zwischen den zwei grünen Linien
Wenn man es genau nimmt, kann man über/im Menschen in natura
vier Gewölbe benennen.
1. Das Himmelsgewölbe.
2. Das Gewölbe unserer Schädel-
decke.
3. Die gewölbte Schulterpartie.
4. Das Zwerchfell.
Die Fußnote der Bibel gibt zum Gewölbe inklusive Wasser folgenden zweifelhaften Hinweis: 1,6 Nach dem Weltbild seiner Zeit stellt sich der Verfasser das Firmament als eine Halbkugel aus festem Stoff vor, die das Chaoswasser so teilt, daß über ihr und unter ihr Wasser ist, wobei vom oberen Wasser durch Öffnungen im Firmament der Regen herabströmt.
Der Begriff Chaoswasser kommt im Vers überhaupt nicht vor!
*Schäfer, Peter, Judaist. Siehe Titel: "Zwei Götter im Himmel".
Oder: Ain Soph, En Soph. Aus der hebr. Mystik, "Der Gott jenseits von Gott".
Prämissen
Das Formale: Tanach ist der Name für die dreiteilige jüdische Bibel. Dort trägt der erste Teil den Namen Tora, der übersetzt Lehre oder Weisung bedeutet. Ein oft verwendeter Begriff für die Tora sind die Fünf Bücher Mose (fünf Rollen). In griechischer Übersetzung Pentateuch.
In christlichen Bibeln ist die Tora zum sogenannten Alten Testament geworden. Davon
hat das Erste Buch Mose die eingängige Überschrift Genesis bekommen. Genesis ist die altgriechische Übersetzung aus dem Aramäischen – und bedeutet
Ursprung oder Geburt. Die Genesis ist in fünfzig Kapitel unterteilt. Der Sinngehalt der neuzeitlichen Kapitel-überschriften ist in der Tendenz falsch. Die Tora trägt keine
dieser Kapitelüberschriften! In der folgenden Abhandlung, wenn es verkürzt nur Genesis heißt, sind ausschließlich die ersten drei Kapitel gemeint. Dabei muss zuerst der jüdische Hintergrund
gedacht werden, aber zur Entstehungszeit des ersten Kapitels hat es sicherlich starke Einflüsse der griechischen Philosophie auf den Inhalt der Verse gegeben.
Kompress:
Unglaublich! Wahrscheinlich hat nichts mehr die jüngere Geschichte der Menschheit beeinflusst, als zwei Briefe, die vor ziemlich genau
2000 Jahren, an die frühen christlichen Gemeinden in Rom und Korinth geschrieben wurden. In diesen Briefen verbreitet ein Apostel Paulus seine Meinung über einen "Sündenfall" des "ersten Menschen", dessen Name: Adam ("Mensch"). Adam hatte seiner Frau den Namen Eva ("Leben") gegeben. In den Briefen wird weiterhin behauptet, der erste, angebliche Sündenfall wäre dauerhaft in jedem Menschen verankert. Nur durch eine Hinwendung "zum Glauben in Jesus" könne diese"Menschheitssünde" wieder getilgt werden. Die Meinung von Paulus wurde im Jahr 380 Teil römischer Staatsreligion. Von da an hat sich das Christentum stetig über alle fünf Kontinente verbreitet – mit der angstmachenden, negativen Botschaft über die "Sünde". Nachzulesen sind die Briefe von Paulus
(NT, Röm. 5,12-21 und 1. Kor. 15,22) in denen er auf die Sünde Adam's verweist. Eva erwähnt er nicht.
Ein Zeitgenosse von Paulus ist der jüdisch-hellenistische Philosoph und Theologe Philon von Alexandria. Er deutet die ersten drei Kapitel, der damals einzig existierenden
jüdischen Bibel, nach eher "wissenschaft-lichen" Kriterien. Ein expliziter "Sündenfall" kommt in ihnen nicht vor.
Diese Seite verfolgt die Ansätze von Philon. Es erklärt die ersten drei "Schöpfungskapitel" der jüdischen Bibel, in ihrer griechischen Adaption, der Genesis, zu einer
zweiteiligen Entwicklungsgeschichte von Geist und Körper, im doppelt angelegten Prototyp Mensch (♀ und ♂). Im dritten Kapitel enden dessen Erkennntnisse aus der
positiven Mitgift ihres Gottes, in einem Übertritt in ein individuell zu gestaltendes Leben.
Erläuterungen
Seit zig Jahrhunderten wird eine sehr einseitige Auslegung – über
eine vermeintliche "Ur-Sünde" – am Ende der ersten drei Kapitel der Bibel verbreitet. Im
Anfang soll Gott die „Welt“ in „6 Tagen“ erschaffen haben, am sechsten Tag ein „Menschen-Paar“. Warum werden sie dann aber im zweiten Kapitel
noch einmal geschaffen? Dort leben sie angeb-lich in einem „Paradies“. Aus diesem werden sie nach dem "übergriffigen" Genuß einer "verbotenen Frucht" vertrieben. Diese
Tat soll eine "Ur- oder Erbsünde“ begründen. Der gleiche Gott, der sie geschaffen hat, vertreibt aber nur einen Menschen (Gen. 3, 22-24) aus
dem Garten , nachdem er ihm noch Schutz mit auf den Weg gab. Damit bricht die Erzählung ab.
Die drei Kapitel werden fast immer, durch die scheinbare zweimalige Erschaffung des Menschen, als zeitlich getrennt zu betrachtende
Erzäh-lungen gleichen Inhalts gesehen. Der zeitlichen Abstand zwischen Genesis 1 (um 450 v.u.Z.) soll rund 500 Jahre nach der Genesis 2 (um
900 v.u.Z.) liegen. Genesis 2 basiert sehr wahrscheinlich auf dem noch
viel älteren Mythos, dem Gilgamesch Epos.
Auf diesen Seiten werden die drei Kapitel als eine antike fortlaufende Entwicklung eines prototypischen Menschen
vorgestellt, erstens auf der sinnlich-geistigen Ebene (Psyche), zweitens auf der körperlichen. Drittens verschmelzen beide, die sinn- und
körperlichen Ebenen, durch eine Entwicklung, die mit einer Wahrnehmung im Körper beginnt, die zu einer Bewusstwerdung und schließlich zur
Individualität führt.
Diese ersten drei Kapitel der TORA oder GENESIS werden daher in der folgenden Interpretation ohne ein moralisches Urteil über einen
scheinbaren „Sündenfall“ abgehandelt.
Man kann die Komplexität der Genesis (hier nur Kapitel 1 bis 3, von 50)
– mit Sündenfall oder ohne – als eine Antinomie bezeichnen. Eine Anti-nomie ist ein Widerspruch oder eine Gegensätzlichkeit, von
denen jede für sich eine Gültigkeit beanspruchen kann. Aber dabei bleibt es nicht. Durchgängig wechseln sich in der Genesis immer wieder Doppel- und Mehrdeutigkeiten mit scheinbaren Widersprüchen
ab. Wir sollten in der Sprache der Genesis grundsätzlich ein Werkzeug für die Umschreibung von Bildern erkennen, die in ihrer Schriftform einen Prozess der Gerinnung oder Verdichtung
erfahren. Die Genesis nutzt den Hinter-grund, der in unseren Gedanken entstehenden Bilder, für einen mehr-deutigen aber erklärbaren Kontext.
Diese Website interpretiert dieses bildhafte Geschehen der Genesis daher auf eine ganz andere als die übliche Weise. Die Bedeutung hinter den
zuvor genannten Bildern ist schon komplex und verwirrend genug, sodass auf die Sachthematik ihrer Entstehung, durch wen, wann, etc. , weitestgehend verzichtet wird. Dies lässt sich im
Internet und vielen Publikationen finden, als auch gut aufbereitet in einem 135-seitigen Manuskript des Verfassers. Ein älterer dieser Aufbereiter ist der Bibel-wissenschaftler Gerhard von
Rad (1901-1971), der immerhin in seiner Broschüre (Ausgabe 1958) feststellt: “Die Inhalte von 1.Mos. 2 und namentlich 3 stehen in auffallender Isolierung im AT. Weder
ein Prophet
noch ein Psalm noch ein Erzähler nimmt irgendeinen erkennbaren Bezug
auf die Geschichte vom Sündenfall." Im Neuen Testament wird er auch Jesus, nur mit einer vohergehenden gedanklichen
Volte, in den Mund gelegt.
Um einen wesentlichen Unterschied bereits hier hervorzuheben sind die neuzeitlichen Kapitelüberschriften, die es früher niemals
gab, gut geeignet. In der Einheitsübersetzung der Bibel (1980, Katholische Bibel-anstalt GmbH, Stuttgart) heißt das
1. Kapitel: „Die Erschaffung der Welt“. Das 2.: „Das
Paradies“, und das 3. Kapitel: „Der Fall des Menschen“.
Die Überschriften, die jetzt vor weiteren allgemeinen Erklärungen
und der Interpretation stehen können, lauten: 1. Kapitel: „Die Psyche
des Menschen“. 2. Kapitel: „Von der Zeugung zur Geburt“. 3. Kapitel: „Die Bewusstwerdung des Menschen“.
Vor dem Übergang zu den Interpretationen ist es noch wichtig, die vielen Besonderheiten in der Komplexität des ersten Kapitels
aufzu-schlüsseln. Dazu gehört auch die Einsicht, dass durch Gottes Sprechen noch nichts Materielles entsteht. Wir müssen in den Versen immer abwägen, wie unser sinnsuchendes und
menschliches, gott-gleiches Tun auf andere wirken würde! Dies gilt gleichermaßen für Erscheinungen in der Natur, wie sie auf uns selbst wirkt.
Genesis 1 – Die Psyche des Menschen
Einige generelle Betrachtungen zu Genesis 1: Zum Beispiel laden die ersten zwei hebräischen Worte der Genesis „Im
Anfang“ (Bereshit) zu der Überlegung ein, welcher Anfang denn gemeint sein könnte. Ein zeit-licher Anfang müsste auf Grund
der Differenz der Entstehungszeiten,
(Gen. 2 wäre der Anfang, da ca. 500 Jahre älter als Gen. 1) ausgeschlossen werden. An einen Vergleich mit einem Urknall zu denken, ist ebenso unwahrscheinlich. Es spricht also alles für eine dritte Variante: Gott
hat im Anfang einen Plan gehabt, in dem er zuerst ein geistiges Leistungsverzeichnis für den Menschen anlegt, bevor er deren Inhalte
in die Leibhaftigkeit eines zu kreierende Mensch überträgt. Nach dem Motto, Software vor Hardware. Dieses Leistungsverzeichnis ist die
Basis für Genesis 1, unsere Sinnenwelt oder Seele, mit heutigen Worten unsere Psyche.
Es muss ebenso vorausgeschickt werden, dass in dem Zeitsprung von ca. 500 Jahren die griechische Philosophie weiträumige und
beachtliche Einflüsse auf alles Denken im ganzen östlichen Mittelmeerraum angenommen hatte. Dadurch wurde ein ursprünglich mythisches von einem analytischen Denken ergänzt oder abgelöst.
Erkennbar wird es in diesem Falle in der Struktur von Genesis 1, die auf das Hilfsmittel von „Tagen“ zurückgreift. Diese Tage sind aber ein zweiteiliges Hilfsmittel, denn sie
haben eine Tages- und eine Nachthälfte. Dies wird weiter unten wieder aufgenommen.
Wie alles in der Genesis – und nicht nur dort – unser gesamtes Universum existiert unter der Prämisse von dieser Zweiteiligkeit, einer
Polarität, die einerseits als Gegensätze wirken können, andererseits können sie einander ergänzen oder bedingen. Zwei Beispiele in Sprich-worten: „Wo Licht ist, ist auch Schatten“, oder
„Die zwei Seiten einer Medaille“. Nicht nur wir als Mensch, selbst der uns schöpfende Gott unterliegt dieser Gesetzmäßigkeit – andererseits nutzt er sie auch.
Inhalte – Erläuterungen & Interpretation
Nachdem hoffentlich der Anfang geklärt ist, geht es gleich darauf um Himmel und Erde (G. 1,1), die die polaren
Gegensätze von lichtem Geist zu fester Materie bedeuten. Da, wie zuvor betont, sich alles Geschehen von, in und um den Menschen handelt, muss mit dieser "wüsten und wirren Erde"
(G. 1,2) der innere menschliche Körper in seiner Finsternis identifiziert werden. In dieser Finsternis ist keine Bewegung erkennbar, das heißt, wir werden nur einen minimalen Einfluss
auf sie haben. Daher ist es in unserer Psyche die erdhaft feste INTUITION.
In der Urflut ist die gefühlvolle Nähe zu „Gottes Geist schwebte über dem Wasser“ zu sehen. Wasser können
wir breitgefächert mit einem Element, einer Sphäre und auch mit Gefühlen assoziieren.
Gen. 1,3: Gott fängt an zu sprechen: „Es werde Licht.“ Nur welches Licht kann es sein, wenn
die „Himmelslichter“ erst am 4. Tag erschaffen werden? Denken wir dazu eine finstere Gewitternacht: Es fängt an zu Grummeln, bis
Blitz und Donner hervorbrechen. Dann haben wir das Bild oder die Symbole für Sprache und Licht. Ein Blitz war schon immer ein
Herrschaftssymbol in vielen Kulturen, weil seine gebündelte Energie gewaltige Veränderungen hervorrufen kann. Die im Blitz gebündelte Energie überträgt sich über alle "Tage" in alle zu
schaffenden Inhalte von Genesis 1. Der Blitz ist die Kraftquelle unserer Psyche, daher werden sie fortan Potentiale genannt. Die nebenstehende
Abbildung zeigt den "Blitzweg" im Körper des Menschen. Einige Erklärungen stehen darunter.
Gen. 1,4: Licht und Finsternis sind Merkmale eines ganzen Tages.
Gen. 1,5: Wenn es jetzt Abend und Morgen wurde, ist aber nur die Nacht-hälfte vergangen. Da es so für sechs Tage geschrieben
steht, muss dringend der Hintergrund der Tage, besser der Nächte durchleuchtet werden. Denn der jüdische Tag beginnt, „wenn sich eine blauer Faden nicht mehr von einem grauen unterscheiden
lässt“; eben am Abend. Alle Einschreibungen durch Gottes Sprache finden demnach nur in unsere dunkle “Nachthälfte" statt, also unser dunkles Körper-Inneres.
Bevor die Interpretation der einzelenVerse fortgesetzt wird, muss,
um das folgende Geschehen zu verdeutlichen, generelle Hinweise auf die Tage, ihren verborgenen Inhalt und dann auch auf den zeitlichen Hintergrund und die Sichtweise der Entstehung eingeschoben werden.
Die Abbildung zeigt die schematische Darstellung
des ersten "Tages-Ablaufs" zur Nachtzeit.
Der zeitliche Ablauf der Sonnenbahn eines biblischen Tages liegt im dunklem Teil der Sinuswelle, links von der senkrechten Trennlinie. Die Erklärung zum "Planetarischer Himmel", siehe nebenstehend.
Warum 6 Tage der Schöpfung?
Wie zuvor angemerkt ist ein ganzer Tag ideal, um ein Geschehen mit zwei Zuständen in nur einem Begriff vorzufinden. Ähnlich im Menschen
mit seinem sichtbaren Körper und dem unsichtbaren Geist.
Das Zusammenwirken zwischen diesen zwei Funktionen sind dabei von größtem Einfluss auf unser Leben. Ein Teil wird durch Automatismen gesteuert, wie Herzschlag, Atmen etc. Dagegen haben auch unsere Gefühle und unser Verstand einen großen Anteil für unser Befinden.
Schaut man sich jetzt die Schilderungen in allen Versen der sechs Tage der Schöpfung an, kann man deutliche inhaltliche Bezüge zwischen
dem 2./3. Tag und dem 4./5. Tag feststellen. Jeweils ein bestimmtes Element steht übergreifend im Vordergrund: Wasser am 2.-3. Tag.
Am 4.-5. Tag sind es die Lichter, die Umschreibung für Feuer. In äußeren Bezügen einer zeitgeschichtlichen Betrachtung der sechs Tage fällt zudem eine inhaltliche Abfolge auf, bei der nicht nur die schon genannte zeitliche, sondern auch eine deutliche inhaltliche Entsprechung von Genesis 1 zu dem griechischen Philosophen Empedokles (ca. 495-435 B.C. der unter anderem Naturforscher, Politiker, Redner war) zu finden ist. Er legte die Grundlagen für die Vier - Elemente - Lehre, sie fand noch bis in die Neuzeit Anwendung. In dieser Vier-Elementen-Lehre ist, genau wie in der Genesis 1, eine schrittweise Auflösung von ERDE zu WASSER zu FEUER zu LUFT zu finden. Die Übereinstimmungen sind inhaltlich von solcher Stringenz, dass sie als Grundlage für die gesamte Struktur der Genesis 1 gelten dürfen.
Die Vier–Elemente–Lehre in Genesis 1 als Tabelle
Gott spricht an 6 vermeintlichen Tagen auf 4
Ebenen die Fähigkeiten unserer Potentiale der Wahrnehmung an. Diese Potentiale sind „wie in Stein“ in unserem Körper unlöschbar
verankert und warten auf ihre Erweckung durch uns selbst.
Die Bedeutung der Tage 1 bis 6
Am 1. Tag haben wir, wie oben bereits geschildert, das Potential
der uns blitzartig-überkommenden INTUITION erhalten.
Am 2. Tag entsteht ein Gewölbe*, das Wasser von Wasser scheidet: G. 1,6. Sehen wir eine Person vor uns, erkennen wir in der Schulterpartie genau die Form dieses Gewölbes. Das Wasser über und unter dem Gewölbe symbolisiert unsere Gefühle, die ja sowohl im Bauch als auch im Kopf wirken – und interagieren. G. 1,8: Dieses Gewölbe trennt den realen Himmel vom geistigen Himmel im Gehirn und von seiner Spiegelung im Bauchraum, dem in der obigen Abbildung genannten "Planetarischen Himmel".
Am 3. Tag, G. 1,9 bis 1,13: "sprach Gott: ... Wasser sammeln ... Trockene sichtbar... Land/ junges Grün ... alle Arten von Pflanzen etc. ... Früchte und Samen ... Gott sah, daß es gut war". Es ist eindeutig, wie das Thema Wasser hier weitergeführt wird. Hinzu kommt die einzig genannte Farbe: Grün und eine sehr detailreich geschilderte Pflanzenwelt. In allen Versen von 6 bis 13 werden damit umfangreiche, symbolische Begriffe für ganz verschiedene Liebesformen eingeführt. Von der Selbstliebe zur narzistischen Eigenliebe, dem "trockenen Land" – und der fruchtbringen-den Liebe zu anderen Menschen. Wasser als Element und seine Bereiche-rung in der Pflanzenwelt stehen daher alle als eindeutige Symbole für unsere breitgefächerte Gefühlswelt.
Am 4. Tag, G. 1,14 bis G. 1,19: "... sprach Gott: Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein", ... Wir sagen dazu, uns geht ein Licht auf – und meinen damit, dass wir etwas verstanden haben. Unser analytisch arbeitender Verstand kann Tag und Nacht unterscheiden. Das meint auch zu urteilen (Bestimmung von ...). Unser Verstand steht über der Erde, als Intuition oder dem Materiellen (... über ... hin leuchten.). Vers 15 bis 18 betonen, noch einmal das Thema vertiefend, die Fähigkeit dunkle, innere Vorgänge (Träume deuten, Ängste überwinden) von äußeren, lichten Erkenntnisreichen zu unterscheiden. Diese bi-polare Erkenntnis-welt hat eben zwei Seiten und reicht daher bis in den 5. Tag.
Am 5. Tag, G. 1,20
bis G. 1,22, wird zwar erst das Wasser angespro-chen, aber mit seinen lebendigen Wesen, und den Vögeln am Himmels-gewölbe wird eine klare Verbindung zum 4. Tag
hergestellt. So wie Wasser und Pflanzen die Einheit der Gefühle umschreiben, so eindeutig ist die Verbindung zwischen unserem Verstand und der hinzukommenden Tierwelt.
Wenn Gott sah, daß es gut war, dann hilft er unserem Verstand mit den Augen dieser nur symbolischen Tierwelt zu
sehen. Diese Tiere haben mit ihren Augen Einblicke in die Sphären der Gefühle > Seetiere. Die Vögel blicken über die Sphäre der Erde hin und in die
Sphäre der Luft – und das am Tage und in der Nacht (Adler/Eule)! Im 22. Vers ruft Gott mit seinem Segen, den Menschen auf, seine durch ihn selbst gewonne-nen Einsichten
zu verbreiten (bevölkern, vermehren).
Am 6. Tag, G. 1,24 bis G. 1,31: spricht Gott die Tiere unseres
Lebens-
raums auf dem Land (Erde) an. Vieh als Nutztiere und von Kriechtieren
auf dem Erdboden. Die Kriechtiere haben naturgemäß den engsten Bezug zu unserer Lebenssphäre auf dem Land. [25] … „Gott sah daß es gut war. [26] Dann sprach Gott: Laßt uns Menschen machen, als unser Abbild, uns ähnlich. Gott im Plural? Was hat das zu bedeuten? (Siehe linke Spalte*) Die einfachste Lösung ist, da [27] „Gott uns als sein Abbild; als Mann und Frau schuf", muss er selber auch eine Pluralform (Mann & Frau?) haben. [28] … fruchtbar … vermehret … bevölkert … ist die nochmalige Aufforderung die selbst gewonnenen Erkenntnisse an seine Mitmenschen weiterzu-geben. Das unterwerft und herrschen … über die ganze Erde meint mit Sicherheit keinen Raubbau am Planeten Erde zu betreiben! Mit diesen zwei Begriffen soll besonders betont werden, wie die geistigen Ein-sichten über ein materielles Verlangen zu stellen sind. Mit den diversen Übergaben von Gott, in den Versen 29 bis 31, wird die höchste Ebene unseres Bewusstseins – was Seelenatem in sich hat – in uns angesprochen.
Diese Luft wurde am 6. Tag als ein transparentes und übersinnliches
Potential in unserer Psyche als Spiritualität verankert.
Gottes Plan für einen geistig-lebendigen Menschen ist damit in seinen Grundlagen abgeschlossen.
VERBINDUNGEN
zwischen
GENESIS - EXODUS:
Exodus 20, 8 - Die Zehn Gebote
.... Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel, Erde und Meer gemacht und alles, was dazu gehört; am siebten Tage ruhte er. Darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und ihn für heilig erklärt.
GENESIS 1 - Resümee
Zunächst wird aus dem zuvor Festgestellten der Schluss gezogen,
dass mit dem Ende des sechsten Tages die Einschreibung der gesamten psychischen Konditionierung im Menschen beiderlei Geschlechts abgeschlossen ist.
Gottes Ruhen am 7. Tag heißt auch für den Menschen es unterliegt seiner eigenen Entscheidung.
Ferner, um die ersten drei Kapitel der Genesis besser zu verstehen, muss man nach inhaltlichen Erklärungen für den 7.
Tag, über den "Sabbat" suchen. Die Verbindung findet man in EXODUS 20, 8-11, der Übergabe der Zehn Gebote an Mose. Denn
dort gibt es auch den Rückschluss zum siebten Tag in Genesis 2, 1-2a. < linke Spalte.
Anhand der mehrmaligen Übergabe der zweiseitigen Tontafel an Mose in
Exodus lassen sich zu dem hier Behaupteten weitere Belege finden. Auf der Unterseite Die 10 Gebote
wird darauf genauer eingegangen.
Die Potentiale der sechs Tage bleiben solange verborgene, innere und wirklose Kraftquellen, bis sie durch eigene Wahrnehmungen, Erweckungen, Reflektionen und Spiegelungen in der Familie oder einem Gegenüber, zu einer Entfaltung und damit zur Bewusstwerdung
– damit zu Hilfen – im realen weltlichen Leben werden können. Die notwendigen Umstände, um diese Entfaltung aller Potentiale zur vollen
Wirkung bringen zu können, zeigen sich erst in Genesis 3.
Den Hintergrund der inhaltlichen Beziehungen zwischen Genesis 1 und Genesis 2 zu betrachten, ihr enger Bezug zueinander, stammt von der Hamburger
Malerin Carla Randel .
Das Tafelbild zeigt Gott mit seiner "Tierwelt". Mit den Tieren der Erde, des Wassers und der Luft werden deren Augen am 5. und 6. Tag von Genesis 1 latent wirksam. In Genesis 2 werden sie in den Menschen im "tiefen Schlaf" übertragen (Vers 21).
* "Paradies" stammt aus einer frühen griechischen Übersetzung und gibt eine Wertung über den Garten von Eden ab (Aramäisch).
GENESIS 2
Schematischer Ablauf
der Schwangerschaft.
Der "tiefe Schlaf"
Randnotizen
Richard Elliott Friedman, ehemals Professor der Theologie in Harvard, schreibt in seinem Buch Wer schrieb die
Bibel? auf Seite 312-113 zur Verführung: "... durch den Reiz der Frucht und ... beauftragt über die anderen Kreaturen zu herrschen ...
Die Szenerie ist so zwingend aufgebaut, daß die Menschen praktisch ungehorsam sein müssen."
Was die Bibel zu Genesis 3 in ihrer Fußnote schreibt:
"3,1-24 In einfacher und bildhafter Sprache und an Hand eines typischen Beispiels aus dem Alltag stellt der Erzähler die erste Sünde und ihre verhängnisvollen Folgen dar. Die Schlange ist Sinnbild für die gefährliche Macht des Bösen und für
die Hinterhältigkeit. Der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse sind Bilder für die nur Gott zukom-menden
Eigenschaften der Unsterblichkeit und des umfassenden Wissens, über die der Mensch nicht von sich aus verfügen kann, die Gott ihm aber unter Umständen aus Gnade
schenkt."
Die Diskrepanz zu der vorliegenden Interpretation kann wohl nicht konträrer ausfallen.
Zeitpunkt Genesis 3, Vers 8.
"Als sie Gott, den Herrn,im Garten gegen den Tagwind einherschreiten hörten, ..." > O
Wechsel des Quadranten.
Siehe Abbildung in Genesis 1:
Von unten links nach oben rechts.
Das Tafelbild von Meister Bertram zeigt bei einer flüchtigen Betrachtung eine typische einsei-tige Interpretation der letzten Verse. Wer der hier vorgestellten Interpretation folgt, darf den Engel mit (... und das) Schwert als nicht innerhalb des dargestellten Tores sehen, um eine schützende Bewachung auf dem Weg zum Baum des Lebens zu sein. Neben anderem ist festzustellen, dass der abgebildete Mann und die Frau nicht "mit Fellen bekleidet" sind.
GENESIS 2 - Von der Zeugung zur Geburt
Im Übergang von Genesis 1 zu Genesis 2 herrscht ein kleines Durch-einander, und wirft ein paar Fragen auf, besonders dann, wenn wie in dieser Interpretation behauptet wird, Genesis 2 eine Fortsetzung von Genesis 1 sein soll. Natürlich wechselt das Thema. Aber es musste von den Verfassern um 500 B.C. ein Weg gefunden werden, den alten, tradierten Mythos (um 900 B.C.) von einem "ersten Menschenpaar" an die neuen Erkenntnisse über den Menschen anzupassen. So wird in der Genesis 2, den Versen 1 bis 4a, erstens eine kurze Zusammen-fassung der 6 Tage gegeben und zweitens der 7. Tag mit dem Ruhen Gottes eingeführt. Der 7. Tag wird ein 24-Stunden Tag sein, denn er trägt nicht die wiederkehrende Formel zwischen Abend und Morgen. Außerdem sind in den älteren Mythos neue Erkenntnisse über die Natur mit eingeflossen.
Der eigentliche Text beginnt mit dem Vers 4b ( Fälschlicher Titel:
"Das Paradies"). Besonders auffallend ist,
dass hier die Erde vor dem Himmel erschaffen wird. Zunächst gibt es noch "keine Pflanzen ... keinen Regen ... und keinen Menschen, der den Ackerboden bestellte.
[6] "aber Feuchtigkeit stieg aus der Erde auf und tränkte die ganze Fläche des Ackerbodens." Die Erde erhält Attribute der Gefühle (Feuchtigkeit). Hier und im nächsten Vers (7) sind Momente einer
Zeugung von Substanz erkennbar, denn Gott formt und belebt, indem er dem Menschen "in seine Nase den Lebensatem bläst. So wurde der Mensch zu
einem lebendigen Wesen." Hinter diesen Worten ist deutlich die Belebung einer Eizelle zu erkennen.
Vers 8-9: "Dann legte Gott ... einen Garten an ... in den er den Menschen setzte". Diese Umschreibung passt sehr genau zu einer Einnistung von einer befruchteten Eizelle in der Gebärmutter. Darin zeigt sich ein paradiesischer Zustand der Fremdversorgung. Auch werden zwei Bäume genannt, von denen der Baum der Erkenntnis wiederum zwei Gegensätze in Polaritäten enthält: In seinen Früchten, die hier als Gut und Böse benannt werden, aber symbolisch das reife Fleisch und den Kern & Keim umschreiben.
Verse 10-14: Geben Rätsel auf. Sie passen von der Diktion her nicht so recht und werden oft genau so in der Bibelwissenschaft angegangen. Was lokal stimmig ist, ist der Inhalt über Flüsse, die die "Gefühlswelt" (2. – 3. Tag) aus Genesis 1 übertragen.
Vers 15: Schließt ein "Paradies" aus*, denn bebauen und behüten sind keine Aufgaben, die in einem Paradies anzuwenden wären.
Vers 16: Wirft die Frage auf, wer ist "dem Menschen", dem Gott gebot, nicht vom Baum der Erkenntnis zu essen"... "darfst du nicht essen; ... [sonst] wirst du sterben"? Denn eine Frau wird erst im 20.Vers "gebaut".
In den Versen 18 bis 20 geht es um Hilfen für den Menschen, alle Tiere werden ihm zugeführt – und der Mensch soll ihnen Namen geben, was er auch tun wird. Aber eine Hilfe auf "Augenhöhe" findet er nicht.
Im Vers 21, wird die zeitliche Zuordnung, die schon im Vers 7 zu sehen war
(Beginn der 9-monatigen Schwangerschaft), durch den "tiefen Schlaf" besonders betont. Wahrscheinlich ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem die Herztöne des
Embryos von außen zu hören sind – aber ein Körper noch unsichtbar bleibt. Somit handelt es sich bis zu diesem Moment um einen nur gedachten Ur-Menschen, der bisher keinerlei sichtbare
Geschlechtsmerkmale aufweist. In diesem "tiefen Schlaf" verbirgt sich ein zweiter nicht genauer beschriebener Vorgang, der sich in den Versen 18 bis 20 andeutete: In der
dort genannten Namensgebung durch den Menschen – als Hilfe – fand die vollständige Übertragung aller Potentiale, nicht nur der in Genesis 1 virtuellen Tierwelt,
in jede einzelne Zelle des Menschen statt. Alle Potentiale werden so lange im Menschen weiter "schlafen" müssen, weil ihre ungeheuren Kräfte (des
Blitzes), nicht alle im gleichen Augenblick der Geburt erweckt werden können und dürfen. Sondern diese Potentiale sind nach und nach "aus dem Schlaf", durch menschliche
Wahrneh-mungen in und von ihm selbst zu erwecken.
Im Vers 22 wird aus einem Stück Materie (Fleisch, Rippe=Seite) die Frau. Als Symbol wird ihr daher auch der Körper zugeordnet. Denn nur sie ist es, die einen realen Menschen gebären kann: [23] "Und der Mensch sprach". Mit nur ganz wenig Phantasie kann in dem, dass "der Mensch sprach", das erste Schreien eines neugeborenen Säuglings erkannt werden: Die Geburt (Siehe Abb. links). Gleichzeitig ist ein erstes Erkennen (vom "Mann"= Geist) der eigenen Person beschrieben – mit den Worten über die Materie (Mater= Frau=Körper >): "Bein von ... Bein, Fleisch von Fleisch, ... der Körper, der Frau heißen soll. Eine Wertigkeit kann damit nicht verbunden sein, denn das eine gibt es nur mit dem anderen. Dies wird im 24. Vers noch genauer ausgesagt, denn die Bindung an seine Frau (den Körper) ist Voraussetzung für das reale Leben (ein Fleisch). Im Vers 24 fällt auch erstmalig der Name Adam (hebr. für Mensch), der eine geistige Erkenntnis (Potential) vollzieht, dass sie [beide], inklusive der Frau – bis dato (als Baby) an Köper (Frau) und Geist (Mann) nackt sind – aber sie schämten sich nicht voreinander.
Im "ersten Garten", im paradiesischen Zustand in der Gebärmutter, läuft normalerweise ein Wachstum ohne irgendein wirkliches äußeres Zutun ab. Bei einem heranwachsenden Kind wird sein Zustand, durch seine Familie, immer noch von einer paradiesähnlichen Umgebung behütet, als eine vorwiegend verantwortungsfreie Geborgenheit. Wie dieses Heranwachsen genau aussieht, darüber sagt die Genesis im zweiten Kapitel nichts aus.
Der "paradiesische Mensch" wird "sterben" müssen, um danach als
leibhaftiger Mensch in sein eigenes Leben hinaustreten zu können.
Dies wird der anschließende Inhalt in Genesis 3.
Auf ein gesondertes Resümee zum zweiten Kapitel wird verzichtet.
Eventuell auftauchende Besonderheiten sollten am Ende vom
3. Kapitel zu finden sein, oder in der Kopfzeile unter:
GENESIS 3 - Die Bewusstwerdung
Bevor die Inhalte von den Kapiteln 1 und 2 offengelegt wurden, war zunächst ihre Struktur zu beachten, zu analysieren und zu vergleichen.
Auch Genesis 3 unterscheidet sich in der Struktur wieder deutlich vom ersten und zweiten Kapitel.
Genesis 3 ist geprägt von Dialogen. Voraussetzung dafür ist eine bestimmte Altersstufe des Menschen, damit er alle bisher ange-
sprochenen Sachverhalte auf einer sinnvollen intellektuellen Ebene behandeln kann. Die ersten Sätze in Genesis 3 lauten: [1] "Die
Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: ...". Hoppla, plötzlich ist diese Frau in der Lage, eine bewusst-intellektuelle Antwort zu geben. Aber in Genesis 3 wird es generell um die Erweckung des Bewusstseins
gehen. Dazu sind weitere Dialoge Thema: Schlange-Frau, Gott-Adam, Gott-Frau, Gott-Schlange etc. Die vielen Dialoge sind der symbolische Schlüssel, der für diese
Bewusst-Werdung steht.
Schon zuvor wurde die symbolische Zuordnung des inneren und äußeren Menschen vorgenommen, abgeleitet in: Geist = Mann und
Frau = Körper. Jetzt fragt man sich doch, warum spricht die Schlange nicht den "Geist im Mann" an? Als Kriechtier (Gen. 1,24-25) war diese Schlange aber ein inneres Wesen. Sie spricht damit ganz eindeutig im Körper der Frau! Beides, ihr erweckter Geist in dem Körper der Frau führen den inneren Dialog, der unzweifelhaft den Hinweis auf die Altersstufe der Pubertät gibt. Gleichzeitig ist die Schlange ein Tier mit dem Bauch auf dem Boden, sie ist somit auch ein Symbol für die absolute Lebensnähe auf der Erde. Andererseits erklärt die Genesis [3,2] nicht, wie und von wem die Frau von dem "Verbot" (Gebot?) von der Frucht zu essen erfahren hat, denn es wurde vor ihrer Entstehung ausgesprochen!
Verse 3-5: Das, was mit dem jeweiligen "sterben"
(Gen. 1,17) gemeint ist, dient der Überwindung der Unschuld, oder der Nacktheit an Körper und Geist (Gen. 2,25). Das, was die Frau in ihrem Leib erkennt,
wird dann an den Mann (Geist/Verstand) weitergereicht. [7] "Da gingen beiden die Augen auf, und sie erkannten, daß sie nackt waren. ...". Mit dem Augen aufgehen ist
eindeutig die Bewusstwerdung gemeint.
Im folgenden Vers 8 weicht die bisherige Dunkelheit der Nachtzeit (Genesis 1,1-31 und Genesis 2,1-22), indem die Menschen Gott "gegen den Tagwind einherschreiten hören" können. Die Augen (der Tiere = alle Sinne) sind ab jetzt für sämtliche Wahrnehmungen (Tagwind) des Menschen in einer Tag-erhellten Umwelt geöffnet. Das Bewusstsein der Menschen will dies (in der Pubertät) noch nicht bedingungslos wahrhaben: "Sie versteckten sich". Jetzt, im Vers 9 ruft Gott den Geist an: "Adam ... Wo bist du?" Im Sinne von: Lass es zu, dass dein Geist hell wird! In den Versen 10 bis 12 wird das Geschehen zwischen Gott und Adam (Geist/Verstand) wiederholt und ab Vers 13 ordnet Gott die Folgen des Geschehens. Letztendlich erhalten die reale Frau (Gebären) und der reale Mann (Feldarbeit) spezifische Aufgaben. Ein großes Missverständnis der Genesis 3 rührt aus dem letzten Satz in Vers 16 her. Richtig muss dieses „über dich gestellt“ so übersetzt werden: Über dem Verlangen der Frau, meint den nach Materie verlangenden Körper (z.B. Appetit), soll das geistige Herrschen des Verstandes, der symbolisch zu denkende Mann stehen. Es ist ein großer Irrtum, wer an dieser Stelle an eine Rangfolge zwischen den Geschlechtern denkt! In Vers 14 verflucht Gott nur die Schlange, damit das bodenbehaftete materielle Verlangen gemeint.
Im Vers 20 enden Gottes Anweisungen indem Adam übernimmt: "... er nannte seine Frau Eva (Leben), denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen". Sein Geist oder sein Verstand hat begriffen, dass er ohne sein'e Eva ein
"No-body" wäre. Sie ist das Symbol für das körperliche Leben und als "Mutter aller Lebendigen" wird klar, dass ihr Name auch für die Fort-pflanzung steht. Es ist die einzige Stelle in der Genesis in der über-haupt der Name Eva fällt.
Die Dialoge endeten im Vers 20. In Vers 21 handelt Gott: [er]"... machte Adam und seiner Frau Röcke aus Fellen und bekleidete sie damit". Deutlicher kann der Hinweis auf die einsetzende Körperbehaarung in der Pubertät nicht ausfallen. Damit ist das umfängliche Gottes-Werk für die Menschen (paarweise) beendet.
Die letzten 3 Verse sind wie eine Anleitung für unser reales Leben zu
lesen, denn es ist nur noch von einem Menschen die Rede, der eine Frau oder ein Mann – wie Du und ich – sein kann. Gott anerkennt jetzt den von ihm geschaffenen
Menschen. Allerdings, in Vers 22 sagt Gott, "[…]. Dass er jetzt nicht die Hand ausstreckt, auch vom Baum des Lebens nimmt, davon isst und ewig lebt!" Die Hand
hatte der Mensch nach der verführerisch reifen Frucht, dem Fleisch, ausgestreckt; den Wert zum ewigen Leben, der im Kreislauf von Kern/Keim liegt, hielt er da auch schon in den
Händen, war aber noch nicht aufgeweckt genug, dies zu erkennen
Im Vers 23: "... schickte ihn aus dem Garten von Eden weg" ist deutlich der Vorgang nach einer Initiation erkennbar, die in fast allen Kulturen zu
finden ist. Beispiele: Kommunion, Konfirmation, Bat Mitzwa ♀︎ und Bar Mitzwa ♂︎. Vers 24: Die Folge vertrieben zu werden klingt hart, aber trotzdem ist in dem gleichzeitigen
Bewachtsein ein Schutz und keine Hinderung auf dem Weg ins östlich aufgehende Licht zu sehen. Denn die Kerubim (Erdengel, löwengesichtig) und besonders das
lodernde Schwert sind ein klarer Hinweis auf den blitzenden Verstand, der in Genesis 1, am 4. und 5. Tag in den Menschen für seinen Lebensweg eingeschrieben wurde.
GENESIS 3 - Resümee
Zwei Dinge müssen in Genesis 3 eine besondere Beachtung finden, weil ihnen wieder die oft genannte Duplizität innewohnt. Zum einen ist es die
Frucht, die im "Adamsapfel" dem Kehlkopf sichtbar wird.
Zur Frucht: Ihr biblischer Zustand ist zuerst die äußere Reife, deren Aufgabe es ist, das inseitig angelegte Leben weiter zu geben. Generell
besteht sie aus mehreren Teilen (z.B. Hülle, Fleisch, Kern und/mit Keim) von denen zwei für die Erzählung von Wichtigkeit waren. Erstens steht das reife Fleisch dem Tod nahe, und
zweitens ruht im Kern mit seinem Keim das neue Leben. Damit erfüllt die biblische Frucht, die aus beiden Bäumen hervorgeht, den symbolischen Kreislauf des ewigen Lebens.
Zum Kehlkopf: Er wird auch Adamsapfel genannt, weil er sich nur beim Mann deutlich zeigt. Seine Bedeutung, auch für die Genesis, beruht auf seinen drei essenziellen
Funktionen: Einerseits der Trennung von Luft und Materie (Essen/Trinken), andererseits der Verbindung von der Luft mit unserem Sprachvermögen. Unser Kehl-kopf versetzt uns in die Lage,
durch die Sprache – gottgleich wie in Genesis 1 – völlig neue Dinge in die Welt zu bringen und sie zu kommunizieren. Dieses, durch Sprache in Verbindung zu anderen Menschen zu treten, ist
von unserer Geburt an (Und der Mensch sprach), bis zu unserem Tod die Voraussetzung unsere in uns schlummernden Potentiale des Geistes uneingeschränkt zu erwecken und damit zu
erweitern.
In einem ewigen „Paradies“ würde der Bedarf nach einer totalen Entfesselung des Geistes, auf allen Ebenen, als völlig unangebracht erscheinen. Somit werden
hinter allen Versen der Genesis 1 bis 3 noch latente, übergeordnete Botschaften herauszuarbeiten sein.
Im Anschluß oder unter einer neuen Überschrift: Die Quintessenz
Wie wäre es mit einer Reformation 2.0?
Zusammengefasst lässt sich über die ersten drei Kapitel der
Genesis sagen, dass ein „Sündenfall“ in keinem einzigen Vers des sogenannten Alten Testaments aufgegriffen wird. Erst durch Apostel Paulus,
im Neuen Testament, erhält diese Darstellung eine Relevanz. Er formu-liert im Römerbrief 5,12-ff und an die Korinther 15,22 eine
gedankliche Verbindung zwischen einem „sündigen Adam“ und Jesus. Nach ihm soll mit Adam die Sünde in die Welt und über die gesamte Menschheit gekommen sein – und nur durch die
Hinwendung zu Jesus sei es uns gegeben, diesen „Menschheitsschaden“ wieder rückgängig zu machen. Interessanterweise wird die Rolle von Eva weder bei Paulus noch
rund 300 Jahre später vom Bischof Augustinus, thematisiert.
Die „Erbsündenlehre“, durch den zuvor erwähnten Augustinus von Hippo, wird zu einem Dogma, nachdem das Christentum im Jahr 380
Staatsreligion geworden war. Dieses Dogma hat sich bis in unsere Zeit weitestgehend gehalten. Die Auswirkung eines im Kern negativ dar-gestellten Menschenbildes dürfte viele Fehlentwicklungen
begünstigt haben, nicht nur zwischen gesellschaftlicher Gruppen, sondern auch für jeden Einzelnen. Würde in der Genesis dagegen, von Beginn an, eine natürlich
ablaufende Entwicklung des Menschen gesehen worden sein, der uns zu einer eigenständigen, sich selbst bewussten Person heranreifen ließe, gleichgültig ob Frau oder Mann, wäre der
Mensch-heit vielleicht einiges Leid erspart geblieben.
In einer Kurzfassung: Was in den christlichen Religionen fast immer als ein „Sündenfall“ hingestellt wird, ist der naturgegebene Ablauf oder
ein machtvoller Übergang, der den Menschen als Geschlechtsreife zufällt. In sehr vielen Kulturen wird dieser Übergang mit einem fest-lichen Ritual begangen, der Initiation.
Es gibt viele Beispiel in der Geschichte, dass Dogmen als ungültig anerkannt wurden. Wäre es daher nicht an der Zeit auch das Dogma von einem
„Sündenfall“ fallen zu lassen?