GENESIS - KAPITEL 2


Die reale Menschwerdung

von der zeugung zur geburt

 

  Wie schon in Genesis 1, gibt es auch im zweiten Kapitel Widersprüche, die sich nach genauer Betrachtung der Thematik wieder auflösen lassen. Abweichend von Kapitel 1, gibt es jetzt einen Erzählstrang, der ein Ordnungsschema wie bei den Tageseinteilungen nicht mehr so deutlich erkennen lässt. Jedoch, und das ist das eigentlich Verwirrende, warum wird hier der Mensch noch einmal erschaffen? Welcher Mensch soll dies sein?

   Die Behauptung war ja, dass in Genesis 1 das unsichtbare Innenleben des Menschen geschaffen wird; seine PSYCHE, die hier mit dem alten Begriff Seele gleichgesetzt werden kann. In Genesis 2 soll oder müsste jetzt deutlich werden, wie die Auswirkungen auf den menschlichen Körper mit seinen physischen Funktionsweisen anhand dieser frühzeitlichen Betrachtungen zu denken sind;

besonders aber, wie beide Erscheinungsformen schliesslich ein Ganzes bilden. Zwei andere Fragen: Was hat dieser Garten Eden im Osten zu bedeuten? Gibt es vergleichbare Vorgänge in der menschlichen Natur?

   Durchgängig wird die Frage zu stellen sein, kann die über zweitausend Jahre alte Betrachtungsweise noch für uns heutige Menschen eine Relevanz besitzen?


   Das Gemälde zeigt Gott mit seiner "Tier-welt". Es zeichnet mit allen aufgeführten Tieren der Erde, des Wassers und der Luft, sowohl den 5. als auch den 6. Tag von Genesis 1 nach. Es wird nur symbolisch  der Genesis 2 gerecht. Dessen Überschrift ist mit "Das Paradies" nicht wirklich zielführend.


 

HINWEISE:

 

   Wenn sie ihre Phantasie spielen lassen, können sie sich unter einem paradiesischen Zustand die komplette Versorgung mit wirklich allem uns Lebensnotwendigen vorstellen, auch frei sein von allen Sorgen. In diesem Zustand sind wir vor unserer Geburt in der Gebärmutter.

 

   Polaritäten beachten! >

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   *Ähnlich der Noah-Geschichte:

(Gen. 6, 1 bis 9, 29). Noah wird keine Seetiere mit auf die Arche nehmen.

Dafür regnete es unablässig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

* Zitate: Carla Randel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

* Zitate: Carla Randel

 

Dem Trennen (Lösen) und Binden wird in der KABBALA eine besondere Rolle zukommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Website dient einem umfassenden Überblick. Detaillierte Textanalysen gibt es auf Anfrage.

 


 

EINFÜHRUNG

 

   GENESIS KAPITEL 2 trägt heutzutage meist die Überschrift "Das Paradies" und bedient damit ein Bild, das dem Inhalt nur sehr begrenzt gerecht wird.

   Genesis 2 beginnt im Vers 1 mit einer Zusammenfassung von Genesis 1 bis zum Vers 4a. Ab da mit einer Überleitung zu 4b. In Vers 4b liegt DER Schlüssel zum Verständnis in der Unterscheidbarkeit zu Genesis 1. Denn dort werden wiederholend zwei Dinge von Gott geschaffen, nur: Erst wird die substanzielle Materie geschaffen (Gott formte ...), und dann, an zweiter Stelle das abstrakt Luftige. Denn die umgekehrte Reihenfolge im Text lautet: Erde und Himmel (Gen. 2,4b). Während in Genesis 1 eine Betonung auf einer scheinbaren Trennung liegt, der von Licht und Finsternis, liest sich der Text hier wie Teile, die deutlich zueinander gehören, einander bedingen werden: Erde und Himmel, Sträucher und Pflanzen; es hatte noch nicht geregnet, der Mensch bestellte noch keinen Acker. Aber Feuchtigkeit stieg aus der Erde. Eine Wiederkehr "elementarer Bauteile".

   Der Schlüssel findet sich in Vers 7: "Da formte Gott, ..., den Menschen aus Erde vom Ackerboden". Das heisst, dem Menschen wird hier, anders als in Genesis 1, aus einer "Substanz", eine Form oder leibhafte Gestalt gegeben. Diesem Menschen bläst Gott das Element Luft in die ... "Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen."

 

< In der Spalte links befinden sich kurze Hinweise zu den Stationen einer "physischen Menschwerdung" laut Genesis 2.

 

  Dann legt Gott den Garten in Eden, im Osten an. Dorthin setzte er den Menschen.  

  Vers 14: Der Mensch bekam die Aufgabe den Garten zu bebauen und zu behüten. Dieser Garten mit allerlei Bäumen wird die weibliche Gebärmutter sein, in die der Mensch gesetzt wird. Der Akt der ZEUGUNG. Zu weit würde die Interpretation gehen, dass mit den beiden Bäumen die zwei Eileiter gemeint sind. Den zwei besonderen Bäumen fallen jeweils unterscheidbare Funktionen zu. Der in der unmittelbaren Folge bedeutendere Baum ist der Baum der Erkenntnis, dieser trägt eine Frucht, die den Einblick oder die Erkenntnis von Gut und Böse für den Menschen möglich macht.

   Vers 16 + 17:   Das Gebot nicht von der Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen, MUSS als gottgewollte Herausforderung es zu

übertreten verstanden werden. Ein Verbot sieht anders aus - oder, die zwei Bäume hätten in einem Paradies "nichts zu suchen". Dieses Essen von der Frucht und darauf folgendes "sterben" meint in diesem Falle lediglich ein hinter sich lassen, überwunden haben oder frei zu sein etwas Neues zu tun.

   Vers 18:    Gott macht Hilfen für den Menschen.

Auffällig* ist, dass zunächst nur die Potenziale der Pflanzen (2, 9: Bäume mit Früchten) und später die Potenziale/Elemente der Tierwelt, ohne die Seetiere, nur die der Vögel (Luft) und Vieh (Land) genannt werden. Dafür werden in Vers 10 bis 14 vier besondere Flüsse (Element Wasser => Fische?) hervorgehoben.

Wahrscheinlicher für die geringe Hervorhebung ist die Tatsache, dass das Wasser ein im Normalzustand eher träges Element ist. Erst Äussere Einflüsse, wie Gefälle oder Sturm etc. bringen es aus der Ruhelage.

   Vers 21 + 22:    1. Der tiefe Schlaf. 2. Die Rippe, das Fleisch. 3. Die Frau.

  Zu 1.  Es dürfte völlig klar sein, dass die gesamten "göttlichen" Potenziale aus Genesis 1, im Menschen schlagartig freigesetzt, zu einer explosionsartigen

Überlastung seines Geistes und Körpers führen würden. Der "tiefe Schlaf" umschreibt somit eine Reduktion oder Transformation aller potentiellen Kräfte auf ein zunächst  "schlummerndes" menschentaugliches Maß. Dieser menschliche Schlaf  liesse sich mit "Links" vergleichen, diese würden bei der Benutzung aus dem bisher Verborgenen, ein inneres "World-Wide-Web" mit seinen schier endlosen Erkenntnissen und Folgerungen für Physis und Psyche des Menschen offenbaren können.

  Zu 2.  Die Rippe, das Fleisch auch Erde und Ackerboden sind hier Metaphern für "die Weisheit des physischen Körpers"* des Menschen.

  Zu 3.  Zuvor musste immer wenn es "Mensch" hiess an ein ungeteiltes Ur-Wesen beiderlei Geschlechts gedacht werden; an eine Imagination, ein Bild ohne

die körperliche Substanz. Dieser Ur-Mensch war ein Wesen geprägt aus Geist, welcher jetzt einen Körper als Gegenpol erhält. Dies meint der Begriff "die Frau", als Gegenpol zum Geist, der keine neuen Körper in die Welt bringen kann.

   Vers 23:   Die Körperlichkeit des Menschen wird hier klar, weil er nun das erste Mal selbst "spricht". Es ist der erste Schrei nach der GEBURT.  Dieser Schrei bestätigt alles zuvor "Gesagte". Der Mensch ist in der WELT.

   Vers 24 + 25:   An dieser Stelle, als der Mann, der Vater und Mutter verlässt und sich an die Frau wie ein Fleisch bindet, ist eine persönliche Bewusstwerdung durch das "Verlassen" (Geburt) eingeleitet worden. Im "Binden" steckt A. Das eigene Empfinden für den Körper und B. Das Wissen und die Aufforderung * "Als Gegensatzpaar sollen sie sich ergänzen, indem sie sich im anderen erkennen."  Eine Aufforderung zur Spiegelung als Erkenntnisgewinn, die auch noch heute gilt!

Siehe Spalte links.

Der Mensch, als Mann "Adam" oder Frau tritt nackt in die Welt - "aber sie schämten sich nicht voreinander". Die Übersetzung dazu lautet: * "Ist eine Metapher für die Unschuld eines neugeborenen Kindes beiderlei Geschlechts".

 


 

RESÜMEE

 

   Es dürfte schon klar geworden sein, wieviel feinsinnige Gedanken und Überlegungen aus "Wissens-Erkenntnissen" seiner Zeit, zu dieser Verdichtung in einen prosaisch anmutenden Text notwendig waren, um dem Sachverhalt eines umfassendes Menschenbildes gerecht zu werden. Hoffentlich sind schon genug Argumente eingeflossen, dass man sich vorstellen kann, wie die Autoren aus der gesammelten, gedanklichen Materialfülle den natürlichen Vorgang der Mensch-Werdung und des Mensch-Seins begriffen haben.

   Genesis 2 zeichnet ein Bild einer umfassenden Konditionierung des Menschen. Jetzt gilt es für den "fleischgewordenen" Menschen beiderlei Geschlechts, sich in seinem natürlichen Lebensraum auf der Erde zurechtzufinden. Ein "Gott" fordert gerade dazu auf sich aller seiner Potenziale bewusst zu werden - unter der

Prämisse - in sich selbst die Unterscheidung zwischen Gut und Böse jederzeit und augenblicklich abrufen zu können.

  Der paradiesische Mensch muss "sterben", um danach als leibhaftiger Mensch

in das Leben hervortreten zu können. Dies wird Inhalt von Genesis 3.